Schulpartnerschaft überwindet Grenzen!
22.12.2020

2020 war echt nicht einfach.

Ein Jahresrückblick

2020 war echt nicht einfach. Das gilt auch für unsere Projektarbeit. Wir werfen einen Blick zurück: Das Jahr aus Sicht der Schülerfirma Namaste Nepal.

 

Nichtsahnend, vor welche Herausforderungen das Jahr die ganze Welt stellen wird, fand unsere Gesellschafterversammlung am 1. Februar 2020 statt. So blickten wir Mitglieder der Schülerfirma unter anderem auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Es wurden alle von uns geförderten Schulen im VDC Gati fertiggestellt. Ebenso wählten wir den neuen Vorstand. „Wir freuen uns auf ein Jahr mit neuen Gesichtern im Vorstand – Vertretern aus allen möglichen Klassenstufen“, schrieb ich damals auf unserer Webseite (hier mehr lesen).

Am 10. März zeigten wir, wie schon in den Jahren zuvor, Flagge für Tibet und bekundeten unsere Solidarität mit der tibetischen Bevölkerung, die seit 1949 von China unterdrückt wird (hier mehr lesen).

 

Am 13. März – ja, an einem Freitag, dem 13. – kam die Nachricht: Die Schule schließt wegen des Coronavirus. Für uns Schüler hieß das Homeschooling und sehr viel Zeit, für andere Dinge.

 

Die Nachricht, dass das 18. Blues & Rock Festival abgesagt wurde, traf uns schwer – war doch das Festival für die Schülerfirma immer ein kleines Highlight im ersten Halbjahr. Es fehlten dadurch nicht nur wesentliche Einnahmen im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, es fehlte einfach das gemeinsamen Miteinander dabei.

 

Was uns in der Zeit des Lockdowns besonders umtrieb: Wie geht es den Menschen in Nepal? Wie können wir dort helfen? So richteten wir die URL nepalfreiberg.de/corona/ ein, um über den Stand der Pandemie in Nepal zu informieren – die Seite wird noch immer aktualisiert (Seite besuchen). Besonders geschockt waren wir von der Situation der Tagelöhner, Saisonarbeiter und Wanderarbeiter Nepals, die sozusagen „von der Hand in den Mund“ leben. Jetzt fielen diese kleinen, aber lebensnotwendigen Einnahmen von heute auf morgen einfach weg. Es ging schlichtweg ums Überleben, es ging darum, nicht zu verhungern. Wir unterstützten ein nepalesisches Projekt, das Nahrungsmittel gezielt an diese Gruppen verteilte (hier mehr lesen). In Gati und unseren Projektdörfern wurden keine Corona-Fälle nachgewiesen. Dennoch fand kein Schulbetrieb statt und jeder, der ins Dorf wollte, musste vorher in Quarantäne.

In diesem Jahr verlief auch das Examen der Zehntklässler unserer Partnerschule in Gati anders als sonst. Da es keine Präsenzphase für die Prüfungen gab, war das Bestehen sicher etwas einfacher. Dennoch freuen wir uns, dass es alle geschafft haben.

 

Im Laufe der Sommerferien entwarf unser Projektkoordinator Steffen Judersleben eine Idee, die wir dann umsetzten: Der 16. Nepallauf sollte – ganz Corona-konform – auch Online stattfinden. Unter dem Namen „Nepallauf to go“ ging am 1. September unter der URL nepallauf.de eine Website an den Start, die vom ehemaligen Schüler Theodor Franke unter Hilfe von Klaus Neumann entwickelt wurde (mehr lesen). Jetzt hieß es für uns nur noch: Ordentlich Werbung machen.

Im neuen Schuljahr freuten wir uns ganz besonders, dass es so viele neue Gesichter in der Schülerfirma zu sehen gab. Unsere Gruppe war größer denn je. Also trafen wir uns jetzt in der Aula unserer Schule und organisierten unsere Arbeitsweise neu.

 

Wenigstens einen schulinternen 16. Nepallauf sollte es geben. Für einen reibungslosen Ablauf wurde viel Personal gebraucht, da kam uns der Zuwachs an neuen Mitgliedern gerade recht. So erstellten wir ein Hygienekonzept, verließen die gewohnten Planungen und konzipierten alles neu. Unter anderem zählten wir wieder Runden per Hand. Am Ende freuten wir uns über mehr als 300 Teilnehmer und 9.000€ Spendengelder. Leider fehlte der kleine Volksfestcharakter, die vielen netten Gespräche mit den Läufern, den Sponsoren, den Menschen, die uns schon seit vielen Jahren unterstützen.

 

Die für den 16. November angesetzte Lesenacht organisieren wir mit Eifer und erarbeiteten auch dafür ein komplettes Hygienekonzept. So entwickelten wir neue technische Wege und Möglichkeiten (d.h. Online-Voranmeldung per QR-Code, Livestream des Abschlusslesers). Die Plakate waren schon im Druck, als die Entwicklung der Pandemie uns zwang, die Veranstaltung abzusagen. Eine schwere, aber richtige und vorausschauende Entscheidung.

 

Jetzt hieß es: Werbung für den Nepallauf to go machen und Nepalkalender verkaufen. Beides war wichtiger denn je, denn wir haben in diesem Jahr deutlich weniger Geld erwirtschaftet. Das ist jedem bewusst.

Ein erstes Resümee, der Aufwand hat sich gelohnt und wir sind sehr zufrieden mit dem Verkaufsergebnis unseres Kalenders. Dabei konnten wir uns über viel Unterstützung der Freiberger Geschäfte freue.

Beim Thema Kaffee lagen hingegen die Nerven etwas blank. Von Mai bis November gab es keine Möglichkeit, den Rohkaffee aus Nepal zu importieren. Trotz erhöhter Transportkosten von 2 EUR pro Kilogramm haben wir uns entschieden, die erste Möglichkeit, die sich Ende November bot, zu nutzen. Am 14. Dezember traf unser Kaffee im Momo ein. Er wurde geröstet, verpackt und die Wege zur Post häuften sich. Wir gehen davon aus, dass alle Kunden den bestellten Kaffee bis zum Weihnachtsfest erhalten haben.

 

Nepallauf to go Siltronic AG spendet 7.000€!Mitte Dezember, wir waren schon wieder alle im Lockdown, erreichte uns die großartige Nachricht, dass 155 Mitarbeiter der Siltornic-AG am Nepallauf to go teilnahmen. Wir haben zuvor nepallauf.de übersetzt und ein englisches Erklärvideo gedreht, damit die Teilnehmer aus nicht-deutschen Siltornic-Standorten (Singapore, Portland, Shanghai, Tokyo) unser Projekt verstehen konnten. Ein großes Dhanyabad für die Spendensumme von 7.000€ (hier mehr lesen).

 

 

Bedanken wollen wir uns bei euch allen!

Bei denjenigen, die am Nepallauf to go teilgenommen haben – insgesamt wurden über 14.000€ eingenommen (offizielles Endergebnis folgt) – Ihr wart für Nepal joggen, Rad fahren, schwimmen, wandern, ihr habt für Nepal gelesen und vieles mehr … Danke! Danke an alle, die für uns warben – jeder Link, der weitergeschickt wurde, war hilfreich! Danke an Theodor Franke und Klaus Neumann für die Durchführung des digitalen Nepallaufs, danke an das THW für ihre treue Hilfe beim schulinternen Nepallauf und danke an alle Freiberger Geschäfte! Danke an alle, die mit neuen Ideen auf uns zugekommen sind, wie Uwe Selle mit dem „Schach-Nepalcup„! Danke an unsere Freunde in Buchen, Delft, Clausthal-Zellerfeld, Dortmund und Olbernhau!

 

Nicht zu vergessen sind unsere Dauerspender und die vielen Spender, die wir nur namentlich kennen. In dieser Zeit, wo wohl jede Familie in irgendeiner Weise von der Pandemie betroffen ist, sind die eingegangenen Spendengelder ein so deutliches Zeichen für uneigennützige Hilfsbereitschaft.

 

Wir sagen DANKE für diese Unterstützung, für das große Vertrauen in unser Projekt und für die Möglichkeit, die Bildung in unseren Projektdörfern auch 2021 weiter verbessern zu können.

 

Wir wünschen euch allen frohe Weihnachtstage und einen guten Start 2021! – Seid weiter vorsichtig und bleibt gesund!

 


Update – Nachricht aus Nepal

Nima Tshering Lama schrieb in einer E-Mail, dass die Kindergarten Kinder neue Jacken und Taschen bekommen haben. „Ebenso werden wir mit dem Team des Gati Jugendclubs warme Jacken an die Schüler der von der Flut betroffenen Gebiete verteilen. […] Wir haben es auch geschafft, naturwissenschaftliches Labormaterial, Bibliotheksbücher für die [Schule in Bugam] und die [Schule in Kasheri] sowie Lehrmaterial für den Kindergartenbetrieb, Musikinstrumente und Sportmaterialien an alle Partnerschulen zu bringen. […] Wir haben geplant, mit der Müttergruppe einen dreitägigen Workshop zur Herstellung eines handgefertigten Armbands durchzuführen, um ein zusätzliches Einkommen zu erzielen. […] Ich danke Ihnen allen für die freundliche Zusammenarbeit!“ (mehr erfahren bei Nima auf Facebook)
Autor:

Max Porstmann

Abteilungsleitung Marketing