Schulpartnerschaft überwindet Grenzen!

Starker Monsun: Überschwemmungen und Erdrutsche

Ein Sachstandsbericht inkl. eines Update aus Nepal von Nima Thsering Lama, 11.07.2020

Der Monsun prägt den Sommer in Nepal. Extrem starke, teilweise sintflutartig Regenfälle sind in dieser Zeit zu erwarten. Nach Informationen von Mohan Lal Shrestha, Vorsitzender von Namaste Nepal Kathmandu, und dem Vorstandsmitglied Budha Shresta regnete es am Dienstag und Mittwoch ununterbrochen und sehr stark in der Region um Bahrabise. Die Kleinstadt liegt 8 km südlich von Gati am Arniko-Highway und am, vor allem in der Monsunzeit, wilden Fluss Bhote Koshi.

 

Ein Uhr in  der Nacht zum Donnerstag schwoll der Bhote Koshi so stark an, dass in den Orten Jambu-Bazar und Bulkute der Gemeinde Bahrabise 16 Häuser vom Fluss mitgerissen wurden. Die Anzahl der Toten schwankt zwischen 4 und 7. Es werden noch 22 Personen vermisst.

Es sind einige Hubschrauber zur Rettung von Verletzten im Einsatz. Dies ist aktuell die einzige Möglichkeit, um nach Bahrabise zu gelangen. Der Fluss hat an mehreren Stellen den Arniko-Highway einfach weggespült. Dazu kommen noch unzählige Erdrutsche, die einerseits den Arniko-Highway blockieren und anderserseits in den Dörfern große Schäden angerichtet haben. Die Berghänge sind zum Teil instabil und die Böden zeigen große Risse. Die Lage ist noch unübersichtlich.

 

Die Situation in den einzelnen Dörfern

  • Gati Monsun ÜberschwemmungGati (unser Partnerdorf) und Mandra (Schulpartnerschaft mit unseren Projektpartnern in Dortmund, Kindergarten von unseren Partnern in Clausthal-Zellerfeld): Nach Informationen des Schulleiters und Freunden in Gati haben die starken Regenfälle den Wasserfluss in der Nähe des Schulgebäudes erhöht. Die erst kürzlich errichtete Stützmauer wurde z.T. zerstört. Es gibt keine großen Schäden im Dorf Gati, aber die Straße nach Dandakateri ist am Wasserfall und an anderen Orten einfach weggespült worden.
  • Dandakateri (Partnerdorf von unseren Projektpartnern aus Delft):
    Drei Häuser sind teilweise zerstört. Ein Ziegenstall ist eingestürzt und 10 Ziegen wurden getötet.
  • Sotang (Partnerdorf von unseren Projektpartnern aus Buchen):
    „Sotang ist das am stärksten betroffenen Dorf, das ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe und ist in großer Gefahr“, schreibt uns Ishwor, der Sohn von Mohan Lal Shrestha, der sich mit einem Team dorthin begab, um Hilfsmaterial bereitzustellen. Die gesamte Lage von Sotang ist nicht sicher, da es am Fuß eines steilen Hügels und oberhalb eines Erdrutschgebietes liegt. In dem Dorf gab es einen Erdrutsch, von dem 3 Häuser in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die betroffenen Familien mussten an sicherere Orte umziehen, deshalb sind sie in das Schulgebäude umgezogen, um dort vorübergehend Schutz zu finden.
  • Bugam (wird von uns unterstützt – für die Schule suchen wir noch einen Partner):
    15 Häuser wurden von einem Erdrutsch erfasst. Daher mussten die betroffenen Familien an sicherere Orte umziehen. Nach Angaben der Dorfbewohner zogen einige von ihnen zur vorübergehenden Unterbringung in das Schulgebäude ein.
  • Kasheri (wird von uns unterstützt – für die Schule suchen wir noch einen Partner):
    Der Erdrutsch, der von diesem Dorf ausging, hat neben der Überflutung in Jambu noch zusätzlich großen Schaden angerichtet. Die Dorfbevölkerung hat sich an einem sicheren Ort versammelt. Sie wollen aber ihre Häuser retten und versuchen den aktuellen Wasserfluss um das Dorf zu lenken. Es muss bis Anfang September mit weiteren Starkniederschlägen gerechnet werden.
  • Singarche (wird von uns unterstützt – für die Schule suchen wir noch einen Partner):
    Die schweren Überschwemmungen haben am Arniko-Highway die Straßen zum Dorf weggespült. Der „Dorfbach“ konnte das Wasser nicht mehr fassen. Es wurde die Stützmauer an der von uns wieder aufgebauten Schule zerstört. Diese Mauer sollte im Normalfall den Wasserfluss des Baches zum Schulgelände verhindern. Starke Regenfälle beschädigten auch das Schulgelände vor der Schule. Der Schulverwaltungsausschuss hat den beschädigten Teil bereits mit einer Plastikfolie abgedeckt, um weitere Schäden zu verhindern.

„Glücklicherweise gibt es noch keine menschlichen Opfer an unseren Projektstandorten zu beklagen“, so Nima. „Ich habe darum gebeten, weiterhin wachsam zu sein.“

Die Reaktionen:

Die nepalesische Regierung will helfen. Regierungsvertreter haben Unterstützung zugesagt und die Armee ist im Einsatz. Die Bewohner unserer besonders stark betroffenen Partnerdörfer überlegen, wie und wohin sie sich für begrenzte Zeit umsiedeln können.

 

Wir sind sehr besorgt, …

… wissen aber noch nicht, wie wir als Schülerfirma konkret helfen können. Wir sind mit Nima in Kontakt, auch wenn die Stromversorgung in Gati und Umgebung bis in nicht absehbare Zeit zusammengebrochen ist. D.h. Handys können nicht geladen werden und somit ist es schwer, schnelle Updates zur aktuellen Lage zu erhalten. Bei neuen konkreten Informationen werden wir euch selbstverständlich darüber auf dieser Seite informieren.

 


 

Neues Update von Nima Thsering Lama vom 21.07.2020

In einer weiteren Mail informiert uns Nima über die aktuelle Lage in unserer Partnerregion:

 

„Dieser Monsun ist verheerender als die Vorherigen, da die besonders schweren und konstanten Regenfälle mehrere Überschwemmungen verursacht haben und eine große Zahl von menschlichen Opfern gemeldet wurde. […] Die gesamte Öffentlichkeit soll weiterhin in höchster Alarmbereitschaft bleiben.

Quelle: https://english.khabarhub.com/wp-content/uploads/2020/07/gLACIER-LAKE.jpg 21.07.20 – Der Keyrung-Tshyo-Gletschersee

So wurden im Bezirk Sindhupalchowk alle Einwohner von Barabise, Bhotekoshi und weiteren Gebieten im Bhotekoshi-Flussbecken vor einem möglichen Ausbruchs des Keyrung-Tshyo-Gletschersees alarmiert. Der Wasserspiegel im Bhotekoshi-Fluss könnte beängstigend hoch ansteigen, wenn der Damm des Gletschersees bricht. Ich freue mich, mitteilen zu können, dass es bisher keine unerwarteten Vorfälle gegeben hat.

 

Was die aktuelle Situation der Überschwemmungen in Jambu betrifft, so arbeiten die viele Menschen ständig daran, die Infrastruktur in und um Barhabise […] wieder herzustellen. [Es werden Hilfsgüter von Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt.]“

Autor:

Max Porstmann

Abteilungsleitung Marketing