Schulpartnerschaft überwindet Grenzen!

Nepalreise 2019 – Ein Reisebericht

Alle Jahre wieder! Auch dieses Jahr besuchten wir, Schüler von Namaste Nepal, unser Partnerdorf Gati.

Mit Turkish Airlines ging es, mit einem Zwischenstopp in Istanbul, nach Kathmandu. Reizüberflutung klingt zwar wie Placebo, ist es aber nicht. Alles ist neu, alles ist anders, alles ist bunter, geruchsintensiver und freundlicher. Wir verbrachten mit unseren Projektpartnern aus Buchen und Delft, sowie Nima und Raj zwei sehr erlebnisreiche Tage in Nepals Hauptstadt. Zu sehen gab es eine Menge. Swayambunath und Bodnath, die älteste Stupa im Kathmandutal und die größte weltweit gehörten ebenso zum Programm wie der Besuch von Pashupatinath. Und um nicht zu vergessen, auch der Begrüßungsabend in einem traditionellen nepalesischen Restaurant gehörte zu den Highlights unserer Reise.

Am dritten Tag brachte uns eine vierstündige Busfahrt (es ist unglaublich, was die Busfahrer leisten), entlang des Arnikohigways und ein 60 Minuten langer und kräftezehrender Aufstieg, nach Gati. Wir wurden schon am Berg mit viel Musik, Blumenketten und ganz viel Herzlichkeit empfangen. Wie Brüder und Schwestern nahmen uns die Dorfbewohner auf, wodurch sich Ankommen mehr wie Zurückkommen anfühlte. Die Tage in Gati waren für jeden von uns etwas ganz Besonderes. Wie schon in den letzten Jahren wohnten wir bei Gastfamilien, wodurch man hautnah am Leben im Dorf teilhaben konnte.

 

In diesem Jahr war das zentrale Thema, die offizielle Übergabe der sieben Schulen an die Schulkomitees und den Schulleitern. In Gati lag Feststimmung in der Luft, die sich dann in einer über sechs Stunden andauernden Festveranstaltung entlud. Sogar ein Distriktminister war anwesend. Für uns war es wichtig, dass wir uns bei allen, am Schulneubau Beteiligten von ganzen Herzen bedanken konnten. Klar haben wir und unsere Freunde im Netzwerk Namaste Nepal das Geld bereitstellen können, aber die sieben Schulen und einen Kindergarten haben unsere Projektpartner und Freunde aus Nepal gebaut. Wir konnten uns mit eigenen Augen überzeugen, was dies, bei den vorhandenen Rahmenbedingungen, für eine unglaubliche Leistung war.

 

In den nächsten Tagen besuchten wir die Schule in Gati. Der Unterricht war mit vielen strahlenden Kinderaugen und der Motivation der Lehrer gefüllt wird. Auch die Schulen in Mandra, Sotang und Dandakateri hießen uns herzlich willkommen.

 

Während unseres Aufenthaltes machten wir uns auch ein Bild über das Kaffeeprojekt in Gati und haben an einem Meeting mit Vertretern der Kaffeekooperative teilgenommen. Im Ergebnis mussten wir feststellen, es gibt noch viel zu tun. So muss die Kontinuität bei der Pflege der Pflanzen deutlich verbessert werden. Wir sind auch der Meinung, dass viele Mitglieder der Kooperative mehr Kaffeepflanzen anbauen sollten. In vielen kleinen Schritten soll die aktuelle Situation, z.B. durch Coaching, verbessert werden.

 

Weiterhin hatten wir ein sehr interessantes Meeting mit den Schülern der Kali Devi Secondary School, in welchem unsere Themen vom Kaffeanbau bis zum Wunschberuf reichten. Gemeinsam haben wir noch etwas für mehr Sauberkeit in Gati getan und herumliegenden Plastikmüll aufgesammelt.

 

Leider vergingen die sechs Tage in Gati viel zu schnell, sodass es am 16. Oktober hieß, sich zu verabschieden.

Am nächsten Tag empfing uns Kathmandu mit all seinem Trubel, doch unser Aufhalt war nicht von langer Dauer, denn schon auf dem darauffolgenden Tag ging es weiter nach Pokhara. Am Abend davor, wartete aber noch eine Überraschung auf uns. Im „House of Music“ trafen wir die Bandmitglieder von 1974ad, die bekannteste Band Nepals. Es wurde viel geredet und gelacht, aber auch gesungen. Und als Adrian zur Gitarre griff und „Nepali ho“ sang, gab es für uns nur noch Glückseligkeit.

 

Unsere, von Pokhara aus startende Trekkingtour, begann mit einem 20 Minuten langen Flug nach Jomsom, ein größeres Touristendorf und Verwaltungssitz des Distrikts Mustang. Bei aufgehender Sonne flogen wir in einer 20 Personen fassenden Propellermaschine durch die tiefste Schlucht der Welt, eingerahmt von den 8.000ern Annapurna und Dhaulagiri. Das war der Beginn von einzigartigen Ausblicken, denen weitere folgen sollten. Wir bestaunten täglich die Nilgirigruppe und den Dhaulagiri. Die täglichen Sonnenauf- und Untergänge sowie der Blick über Upper Mustang nach Tibet waren für viele von uns richtige Highlights. Und zusätzlich hielt jeder Tag noch etwas ganz Besonderes für uns bereit – das Suchen von Fossilien im Flussbett des Kali Gandaki, dem Besuchen von 1000 Jahre alten Klöstern und der heiligen Stätte von Muktinath, das spontane Mittagessen in einem sehr, sehr alten Haus in Tiri, der Apfelstrudel im Apfeldorf Marpha, die spektakulären Hängebrücken entlang des Weges, die 47°C heißen Quellen von Tatopani und das Lichterfest mit viel traditionellen Tänzen in den Dörfern.

Bei Kaiserwetter verbrachten wir eine achttägige Trekkingtour, die uns körperlich forderte und gleichzeitig so viel Sensationelles an Schönheit schenkte.

Zurück in Kathmandu hatten wir einen weiteren Tag Zeit, um die Stadt zu erkunden und shoppen zu gehen, bevor wir den Rückflug nach Deutschland antreten mussten. So schnell war unsere Zeit in Nepal vorbei und am 30.10 mussten wir uns abermals von unseren neu gewonnen Freunden verabschieden. Wir verließen Nepal mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn die Freude auf die zu Hause wartende Familie war genauso groß wie die Traurigkeit unsere neu gewonnene ,,Familie” zurückzulassen.


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Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Autor:

Leonie Mann

Geschäftsführung "Namaste Nepal S-GmbH"